Wie und warum erkälten wir uns eigentlich?

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„Zieh dir bloß eine dicke Jacke an, sonst erkältest du dich noch…“: Diesen Satz hat bestimmt jeder schon ein- oder mehrmals so oder ähnlich zu hören bekommen oder selbst als klugen Ratschlag für die Kinder gegeben. Dennoch hat eine Erkältung nicht primär etwas mit Kälte zu tun. Ursache einer Erkältung sind viele Virenarten, die in den Organismus eindringen und Erkältungssymptome in Gang bringen können. Insgesamt gibt es mehr als 200 verschiedene davon. Ob wir krank werden, hängt letztendlich von der Anzahl der Viren und von unserem Immunsystem ab. Besonders gefährdet sind Menschen, die chronisch erkrankt sind, Kinder und bestimmte Berufsgruppen, die häufig in Kontakt mit vielen Menschen stehen, wie Erzieher/-innen, Personen im medizinischen Bereich oder Verkäufer/-innen. Zusätzlich mutieren die Erkältungsviren ständig (verwandeln sich und ihre Oberfläche) und tricksen darüber unser Immunsystem erneut aus.

 

Ursache der Erkältung: Wie steckt man sich an?

Die Viren gelangen meist durch den Kontakt mit anderen Menschen, entweder durch Tröpfchen- oder Schmierinfektionen, in den Körper. Tröpfcheninfektionen entstehen durch Anhusten und Anniesen, während Schmierinfektionen heimlich durch Händeschütteln und das Berühren von mit Viren besetzen Gegenständen wie Türdrücker, Geld oder anderen Gegenständen übertragen werden. Daher ist es wichtig, dass sowohl Erkrankte darauf achten, ihre Umwelt zu schützen, aber auch die Gesunden in der Erkältungszeit vermehrt Obacht geben und das häufige Berühren von Mund und Nase im Alltag nach dem Berühren von Menschen und Gegenständen vermeiden, um sich vor der Aufnahme von Erkältungsviren zu schützen. Häufiges Händewaschen ist in dieser Zeit nützlich! Zusätzlich sollten sich Menschen mit Erkältungssymptomen nicht die Handtücher mit anderen Personen teilen. Die Einhaltung einer gesunden Grundhygiene kann Sie vor zahlreichen Erkältungen schützen. Wenn es draußen kalt ist, halten sich viele Menschen in beheizten Räumen auf. Die Luft in den beheizten Räumen trocknet die Schleimhäute aus. Dadurch wird der natürliche Barriereschutz der Schleimhäute geschwächt. Auch durch den engen Kontakt mit anderen Menschen steigt die Gefahr, sich im Winter anzustecken.

 

Das Immunsystem muss immer neu lernen

Mehr als 200 verschiedene Virenarten kommen als Auslöser für Husten, Schnupfen und Heiserkeit infrage. Mit 30 und 50 Prozent gelten Rhinoviren als häufigste Ursache für Erkältungen. 10 bis 15 Prozent aller Erkältungen werden durch humane Corona-Viren verursacht und für circa 5 bis 10 Prozent sind Metapneumoviren verantwortlich. Auch wenn die

Krankheitserreger unterschiedlich gebaut sind, verursachen sie ähnliche Symptome. Gerade im Winter kann es häufig vorkommen, dass unser Immunsystem gerade erst gegen einen der Erreger angekämpft hat und bereits der nächste

Viruserreger uns angreift. Dieser ist dem Immunsystem dann noch unbekannt, was bedeutet, dass nicht mit den bewährten Mitteln gegen ihn vorgegangen werden kann. Es benötigt erneut circa drei bis sieben Tagen, um auch den neuen

Eindringling zu bekämpfen. Auf Grund der hohen Anzahl der unterschiedlichen Erkältungserreger ist die Herstellung eines

Allround-Impfstoffs nicht möglich. 

 

Das Aussehen der Viren kann sich stets ändern

Auf Grund dessen, dass sich Viruserreger und Grippekeime verändern können, schützen uns überstandene Erkältungserkrankungen nicht zwingend vor demselben Erreger. Eine winzige Mutation ist häufig schon ausreichend dafür, dass die Körperabwehr den Eindringling, anhand der veränderten Form, nicht mehr erkennt. Die ständige Analyse des Aussehens der aktuellen Influenzakeime ist für die Entwicklung passender Impfstoffe zwingend notwendig.

 

Erkältungsviren tricksen die Körperabwehr aus

Erreger, wie beispielsweise die Rhinoviren,manipulieren gezielt die Fresszellen des Immunsystems, was dazu führt, dass die

selben Erreger beim nächsten Kontakt nicht mehr erkannt werden. Daher können wir immer wieder durch den gleichen Erreger erkranken.

 

Darüber hinaus haben US-Forscher nun herausgefunden, dass auch die Temperatur einen Einfluss auf den Ausbruch einer Erkältung hat. Schließlich funktioniert die Abwehr unserer Zellen bei Kälte schlechter, was das häufigere Krankwerden im Winter erklärt.