Mit Verantwortung und Freundlichkeit schützen wir uns und die Gemeinschaft!

Guten Morgen liebe Newsletterleser und -leserinnen!

 

Es ist Sonntagmorgen, 22.03.2020, die Sonne scheint und die Vögel zwitschern. Für viele ein freier Tag und doch für die meisten ein Tag voller Anspannung und Ungewissheit.

Ich habe mich entschieden, mich in dieser Zeit 1 x wöchentlich bei Ihnen zu melden, denn ich merke, dass Solidarität, Freundlichkeit, Empathie und Menschlichkeit jetzt wichtiger sind denn je. Es ist wie ein Pflaster für die Seele, wenn wir in diesen Tagen angelächelt werden und uns jemand hilft oder Optimismus schenkt.

Wir werden diese Zeit als Gemeinschaft gut überstehen.

Derzeit steigen die Zahlen der Coronaerkrankten deutlich an, aber wir arbeiten daran, Abläufe und Mechanismen zu entwickeln, um uns diesem Ansturm entgegenstellen zu können.

Ich als Hausärztin finde die derzeit gültige Form der telefonischen Krankschreibung sehr gut, um die Ausbreitung aller Infekte zu vermeiden, denn jeder, der jetzt einen normalen Infekt mit anderen Viren bekommt, hat verständlicherweise Sorge, es könne vielleicht auch Corona sein.

Nach wie vor gilt die Regelung, sich bei Erkältungsbeschwerden bzw. Coronaverdacht telefonisch bei seinem Hausarzt zu melden. Dieser entscheidet dann, ob und wo ein Abstrich erfolgen soll. Wenn Sie zur Abstrichstelle geschickt werden sollen, benötigen Sie dazu einen Überweisungsschein vom Hausarzt oder eine Anordnung vom Gesundheitsamt und einen telefonisch vereinbarten Termin. Ich musste das am Freitag testen, es funktionierte sehr gut.

Wenn Sie zu einem Abstrich geschickt werden, bedeutet dies für Sie gleichzeitig, dass Sie sich bis zum Erhalt der Testergebnisses in Quarantäne begeben müssen! Das heißt, Sie dürfen sich nicht mehr selbst zum Einkaufen oder ähnlichen Besorgungen in der Öffentlichkeit bewegen, sondern sollen die Zeit in Ihrer Wohnung verbringen. Die Übermittlung des Testergebnisses erfolgt in den meisten Fällen erst am Folgetag, da die Menge der Teste zu groß geworden ist. Es kann auch durchaus sein, dass ein negatives Testergebnis (also der Nachweis, dass Sie nicht infiziert sind) gar nicht telefonisch mitgeteilt wird. Sollten Sie also am Folgetag im Laufe der ersten Tageshälfte keinen Bescheid bekommen, fragen Sie bitte telefonisch bei Ihrem Hausarzt nach, bevor Sie die Quarantänemaßnahmen aufheben.

Für viele, die keinen Abstrich bekommen, wird sich in den nächsten Tagen und Wochen auch die Frage stellen, wie sie sich verhalten sollen.

Mein Rat diesbezüglich: mit einem Infekt ohne Abstrich sollten Sie zu Hause bleiben, um andere Menschen nicht anzustecken. Es kann gut sein, dass viele Menschen, die nur leichte Symptome haben in der nächsten Zeit nicht getestet werden können, so dass es darauf ankommt, jeden Menschen bestmöglich zu schützen, damit die gesellschaftliche Grundversorgung erhalten bleibt und auch, um die Ausbreitung der Coronafälle einzudämmen. Denken Sie daran, dass auch die Menschen, die unmittelbar in Ihrem Haushalt leben und bei denen die Wahrscheinlichkeit groß ist, dass sie sich angesteckt haben könnten, falls Sie selbst infiziert sind, den Kontakt zu anderen Mitmenschen ebenso so gering und sicher wie möglich halten.

Zur Frage Ibuprofen kann ich keine wissenschaftlich fundierte Aussage treffen. Das scheint auch niemand in der jetzigen Situation zu können. Wenn die WHO davor warnt  und es 2 Tage später wieder zurückzieht, dann ist das für mich ein Zeichen, dass man weltweit auf allen Ebenen versucht, schnell zum Schutz der Menschen zu reagieren und Entscheidungen für das Wohlergehen zu treffen, die nicht erst durch die 1000de Studien belegt sind. Ich werde meinen Patienten derzeit nicht empfehlen, zur Fiebersenkung oder zur Schmerzlinderung Ibuprofen einzunehmen, sondern lieber auf Paracetamol oder Novaminsulfon zur Schmerztherapie verweisen und vielleicht eher Wadenwickel bei Fieber empfehlen. Sollten Sie aber die besten Erfahrungen mit diesem Medikament haben und aus Unverträglichkeitsgründen andere Mittel nicht möglich sein, dann können Sie Ibuprofen ruhig einnehmen. Ich persönlich glaube nicht, dass es grundsätzlich schädigt, sondern eher eine Kombination mit anderen Voraussetzungen ist, die evtl. zu einer Symptomverschärfung führen könnten.

Ich denke, für die nächsten Wochen ist es wirklich wichtig, dass ältere Menschen bzw. Leute mit Vorerkrankungen, Einkäufe im Supermarkt und Fahrten in öffentlichen Verkehrsmitteln vermeiden, da je mehr Menschen infiziert sind, die Gefahr immer größer wird, dass man mit jemanden Kontakt hat, der das Virus in sich trägt. Es ist meines Erachtens nicht schwer, Einkäufe in der Familie oder im Freundeskreis zu organisieren und diese dann mit lieben Worten ohne Drücken und Wangenkuss zu übergeben.

Die Menschen dürfen trotzdem an die frische Luft gehen. Nutzen Sie einen Spaziergang am Morgen oder Abend oder in Gegenden, wo nicht so viel Menschenverkehr ist, um die Frühlingsluft zu genießen und den Körper durchzubewegen. (solange kein Ausgangsverbot ausgerufen wird, setzen Sie diese Empfehlung bitte um, denn frische Luft und Bewegung sind so wichtig).

An dieser Stelle möchte ich auch den Fitnessstudios Vital am See und El-Vita mit dem T-RAX danken, die sofort reagiert haben, und ihre Mitglieder, aber auch andere Menschen mit Videos für Trainingsstunden zu Hause versorgen. Das ist Nächstenliebe und Verantwortungsbewusstsein. Die Menschen, die nicht über die Möglichkeit verfügen über Handy oder PC  Mails oder Videos zu empfangen, können auch Trainingspläne per Post erhalten. Melden Sie sich dann bitte werktags telefonisch zwischen 9.00 und 14.00 Uhr unter 0385 2012345. Sport und Bewegung sind auch in dieser Zeit sehr wichtig, um Stresshormone abzubauen, Gedankenkreisen zu unterbrechen, das Immunsystem zu stärken und um sich und seinen Körper fit und gesund zu erhalten. Nutzen Sie die Chance und motivieren Sie auch Ihre Freunde und Bekannte. Prävention ist Selbstverantwortung und Vorbeugen ist tausendmal besser als heilen zu müssen.

Wir lassen niemanden allein!

Sportliche Bewegung, gesunde Ernährung, Nichtrauchen, Stressreduktion und ausreichend Schlaf sind wichtiger denn je in den nächsten Wochen und Monaten. Egal, wie viele Zweifler es gibt. Eine sehr gute Versorgung mit Vitaminen, Mineralien, Spurenelementen und sekundären Pflanzenstoffen sind so wichtig, damit alle Prozesse, die uns gesund und fit erhalten, gut funktionieren. Da unser modernes Essverhalten uns in den meisten Fällen nicht optimal damit versorgt, halte ich es durchaus für sinnvoll, ausgewogene Nahrungsergänzungsmittel gerade in schwierigen Zeiten zu nutzen. Beste Erfahrungen haben wir mit Lavita (einem natürlichen Multivitaminkonzentrat) und empfehlen zwingend auch die Einnahme von Vitamin D (ca. 1000-2000 Einheiten pro Tag). Vitamin C und Zink helfen, das ist studienkontrolliert, besser mit Infekten fertig zu werden.

 

Bleiben Sie gesund und solidarisch. Helfen Sie mit durch Freundlichkeit und Mitgefühl!

Es steckt so viel Potenzial zum Guten in uns und in unserem Handeln, wenn wir alle gemeinsam in diesen Zeiten darüber nachdenken, was wir für unsere Gesundheit und für die Gesundheit aller tun können.

 

 

Ihre Dr. Kathrin Prax