Ein Team im Kampf gegen Corona: unsere physische und psychische Stabilität

Corona Newsletter vom 29.03.2020

Liebe Leserinnen und Leser,

 

wieder ist eine Woche der Coronaepoche vorüber und ich möchte zu aller erst auch DANKE sagen.

DANKE an die Schweriner, die ich jeden Tag sehe und die sich so beeindruckend an die Schutzmaßnahmen halten, die derzeit zur Verhinderung einer allzu raschen Virusausbreitung notwendig sind.

Das erlebe ich im Supermarkt oder bei meinen Spaziergängen und Tag für Tag auch in der Praxis. Wenn wir es schaffen, diese Hygiene- und Vorsichtsmaßnahmen zu verinnerlichen, bin ich nach dieser Woche ziemlich optimistisch, dass wir die härteste Zeit der Krise bald überstanden haben werden.

Ich bin froh, in Mecklenburg Vorpommern zu leben, denn hier scheinen die Menschen besonders umsichtig zu sein. Wir waren fast das letzte Bundesland, in dem das Virus ausgebrochen ist und wir waren das Bundesland, das es am längsten geschafft hat, keinen Todesfall beklagen zu müssen. Auch wenn man die Anzahl positiver Fälle pro 100000 Einwohner sieht, haben wir eine der geringsten Fallzahlen in ganz Deutschland.

Es gibt also keinen Grund, den Kopf in den Sand zu stecken, sondern wir wollen versuchen, jeden Tag der Krise zu nutzen, um unsere Widerstandkraft und unseren Optimismus wachsen zu lassen. Sind Sie dabei? Dann hier meine wichtigsten Ratschläge für jedermann:

1.      Denken Sie bei all den vielen Gesprächen und Informationen immer lösungsorientiert, dass heißt, verfallen Sie nicht darin, sich in Gedanken von Hilflosigkeit oder gar Hoffnungslosigkeit fallen zu lassen. Jeder hat die Möglichkeit, sich und seine liebsten zu schützen und auch etwas für das gesamtgesellschaftliche Gelingen dieser Herausforderung zu tun. Und wenn es nur kleine Dinge sind, wie Einkaufshilfen organisieren, Abstand zu halten, Menschen mit einem Dankeschön ein Lächeln ins Gesicht zu zaubern. Ich bin wirklich kein Mensch, der die Welt immer nur positiv sieht, aber ich freue mich in den letzten Tagen sehr oft über all die Aktionen und Gesten der Menschlichkeit, die jetzt sichtbar werden, während wir sie im normalen Alltag alle vernachlässigt haben.

2.      Achten Sie auf einen gesunden Lebensstil: Rauchen ist momentan ein No-Go, erst recht, wenn Sie auch sonst noch Risikofaktoren wie Bluthochdruck, Herzkreislauferkrankungen, Diabetes oder andere chronische Leiden haben. Ganz krass ausgedrückt sage ich meinen Patienten oft: stellen Sie sich bei jeder Zigarette einen Sargnagel vor, den Sie wieder in Ihre Kiste schlagen.

Stärken Sie Ihr Immunsystem mit ausreichendem Schlaf (mind. 6-7 Stunden/Nacht), täglichen kurzen Entspannungseinheiten, einer ausreichenden Versorgung mit Vitaminen, Mineralien und Spurenelementen durch eine gesunde, vitalstoffreiche Ernährung auf der Basis von viel Gemüse gepaart mit 2 Portionen Obst pro Tag und einer ausreichenden Eiweißzufuhr (sowohl unsere Abwehrzellen als auch unsere Abwehrstoffe bestehen zum überwiegenden Anteil aus Eiweißen). Nicht zu vergessen, gesunde ungesättigte Fettsäuren. All unsere Zellwände bestehen aus einer doppelten Fettlage und starke Zellwände im Atemtrakt können es den Viren schwerer machen, in die Zellen einzudringen. Und last but not least, versuchen Sie sich auch sportlich fit zu halten, denn moderates Kraft-Ausdauertraining stärkt ebenfalls die Abwehr und vor allem auch die Selbstheilungskräfte. Nutzen Sie dazu einsame Spaziergänge oder kleine Walking- oder Joggingrunden in Parks oder auf Waldwegen. Es ist nicht gefährlich, rauszugehen, solange man Menschenmengen meidet. Für das Krafttraining oder einfach auch, um sich mal abzulenken, nutzen Sie bitte all die Sportvideos, die von unseren Fitness- und Gesundheitsstudios extra während der Krisenzeit vorbereitet wurden.

3.      Wichtig erscheint mir auch, Sie an Vitamin D zu erinnern. Bezüglich Vitamin D gibt es wissenschaftlich begründete Hinweise dafür, dass ein guter bis sehr guter Vitamin D Spiegel durch die Verbesserung bestimmter Abwehrstoffe in uns die Viren daran hindern kann, in die Zellen einzudringen und dort die gefürchteten Erkrankungen hervorzurufen. Noch dazu ist Vitamin D fast nebenwirkungsfrei. Menschen mit Nierensteinleiden oder mit Erkrankungen der Nebenschilddrüse sollten etwas vorsichtiger  mit dem Umgang von Vitamin D sein, aber alle anderen können in der jetzigen Zeit meines Erachtens nach eher die empfohlene Dosis von einer Supplementierung von 1000 IE Vitamin D pro Tag überschreiten, als darunter zu bleiben. Am besten wäre es natürlich, Sie kennen Ihren Vitamin D Spiegel, aber ansonsten sind 2000-3000 Einheiten pro Tag in der jetzigen Situation für die allermeisten Menschen völlig unproblematisch und können im besten Fall zum Schutz vor einem schweren Erkrankungsverlauf mithelfen.

4.      Ich denke auch, für Menschen, die jetzt doch eher etwas mehr Zeit haben als sonst, ist es durchaus sinnvoll, sichl selbst auskochbare Atemschutzmasken zu nähen. Diese sollten aus 2 Stofflagen bestehen und bei mindestens 60 Grad waschbar sein. Warum denke ich so? Meine jetzige Vision ist die, dass evtl. zum Mai hin, die strengen Kontaktverbote aufgehoben werden können und vor allem Kinder und junge, gesunde Erwachsene ihr Alltagsleben wie Schule, Studium, Ausbildung und Arbeit wieder aufnehmen können und das auch das gesellschaftliche Leben wie Friseur, Baumarkt oder Gaststättenbesuche in kleineren Gruppen wieder freigegeben werden, wahrscheinlich aber doch mit der Empfehlung einen Mund- und Nasenschutz zu tragen, um das Verbreitungsrisiko zu minimieren. Da die medizinischen Masken derzeit und wahrscheinlich auch noch in den nächsten Wochen absolute Mangelware sind, gehören sie, soweit sie vorhanden sind in die Gesichter von medizinischem Personal oder Pflegern, die sich um Erkrankte oder Hochrisikopatienten kümmern müssen. Für unser Alltagsleben reichen die einfachen, selbst herstellbaren Masken durchaus aus, um das Ansteckungsrisiko signifikant zu senken, erstrecht in Kombination mit all den anderen Hygienemaßnahmen.

Ich würde mich auch sehr freuen, wenn die Fitness- und Gesundheitsstudios wieder öffnen dürften, da zum einen die sozialen Kontakte und der Selbstwirksamkeitscharakter unheimlich wichtig für unsere Gesundheit sind und zum anderen Sport einfach das Leben verlängert. Ich denke schon, dass unter bestimmten Vorsichtsmaßnahmen selbst ältere Menschen dann wieder zum Sport gehen sollten, schon allein um die Muskultur zu erhalten und die Sturzprävention durch Koordinationstraining zu gewährleisten, aber auch einfach um den Folgen der Immobilität wie Arthrose und Wohlstandserkrankungen, aktiv zu begegnen. Die Gruppenkurse könnten meines Erachtens unter festgelegten Höchstzahlen pro Kurs geregelt werden. Wenn wir es bis dahin gelernt haben, Abstand zu wahren, uns oft die Hände zu waschen und umsichtig im Kontakt miteinander umzugehen, können wir das Infektionsrisiko minimieren.

Corona ist keine hoch tödliche Erkrankung, es ist eine Viruserkrankung, die wir derzeit noch nicht mit Medikamenten behandeln oder durch Impfstoff vorbeugen können. Aber tief verinnerlichte Hygienemaßnahmen werden uns schützen und das gesellschaftliche und wirtschaftliche Leben retten.

5.      Ganz besonders liegt mir noch Ihr psychisches Wohlergehen am Herzen. Für ganz viele Menschen stellt die derzeitige Lage mit all ihrer Brisanz und Unberechenbarkeit eine psychische Traumatisierung dar. All die Ängste, sich oder seine Liebsten in Gefahr zu bringen, den Job zu verlieren, sein Lebenswerk als Unternehmer opfern zu müssen, das eingesperrt sein in Quarantänezeiten, die Eltern und Großeltern im Heim nicht mehr besuchen zu können und die täglichen Horrorschlagzeilen in Presse und Fernsehen. Wer da zu Angststörungen oder Depressionen neigt, ist extrem gefährdet, diese Erkrankungen zu triggern. Jeden Morgen stellen wir uns die Frage, was passiert heute. Bin ich gesund, werde ich gesund bleiben?

Um Ihre Resilienz (ihre psychische Widerstandsfähigkeit zu stärken) hänge ich ein Selbstbaukartenspiel an diesen Newsletter, den Frau Dr. Sabine Ebersberger und Herr Dr. med. Michael Bohne entwickelt haben. Herrn Dr. Bohne hat die PEP-Technik entwickelt und bekannt gemacht, die einfach beschrieben eine Selbsthilfetechnik darstellt für Menschen mit verstärkten Ängsten und Beziehungsproblemen gegenüber sich oder anderen. Er ist wirklich einer der erfahrensten Therapeuten auf diesem Gebiet und ich habe selbst schon 2 seiner Seminare besucht und war schwer beeindruckt von der Einfachheit und Wirksamkeit seiner Verfahren.

Dieses Kartenspiel erhielt ich letzte Woche als Mail von ihm mit der Bitte, es in dieser für viele schweren Zeit so weit wie möglich zu verbreiten, um möglichst vielen Menschen ein Werkzeug in die Hand zu geben, gegen Sorgen und Konfliktpotenzial, ängstliche Verstimmungen und Unruhezuständen selbstwirksam werden zu können. Ich denke, das unsere Psyche jetzt wirklich bei jedem Einzelnen Höchstarbeit leisten muss, im Gegensatz zu unseren Körpern, die zum Glück zum überwiegenden Teil von der Coronainfektion noch nicht befallen sind.

Schützen Sie Ihre Psyche und stärken Sie somit Körper und Geist, indem Sie dieses Kartenspiel für sich selbst nutzen und es Ihren Freunden und Bekannten weiterreichen, sofern Sie auch ihnen helfen möchten, diese schwierigen Zeiten bestmöglich zu überstehen.

 

Ich hoffe sehr, Ihnen weiterhin überwiegend positive Verläufe und viele Hilfestellungen zur Orientierung in dieser hoffentlich einmaligen Situation geben zu können. Arbeiten und leben wir weiter Tag für Tag mit dem Bewusstsein, dass wir diese Krise überstehen werden und dass wir hinterher stärker und hilfsbereiter sind als je zuvor und dass wir stolz darauf zurückschauen werden, wie wir alle zusammen diese Herausforderung besiegt haben!

Bleiben Sie gesund, bleiben Sie hilfsbereit und optimistisch.

 

Ihre Dr. Kathrin Prax

 

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