Prävention – Rehabilitation:  Wir fangen meistens hinten an! Begriffserklärung zur Selbsteinschätzung

Die meisten Menschen beginnen erst, bewusst etwas für ihre Gesundheit zu tun, wenn sie bemerken, dass sie sie verlieren, wenn Beschwerden sie plagen, egal ob äußerlich durch unreine Haut, Cellulite oder Übergewicht oder innerlich mit Gelenkschmerzen oder den ersten Wohlstandserkrankungen. Deshalb empfinden wir es als so wichtig, Sie zu motivieren, die fatalen Fehlentwicklungen durch schlechte Lebensgewohnheiten zu erkennen und abzuändern, für sich, aber auch für Ihre Familienmitglieder und ganz bewusst auch für Ihre Kinder, denn je früher wir damit beginnen, desto gesünder und leistungsfähiger bleiben wir und desto weniger Kraft, Zeit und Gedanken müssen wir im reiferen Erwachsenenalter für unsere Gesunderhaltung aufbringen, zum einen deshalb, weil unser Körper mehr Reserven und weniger „Probleme“ hat, zum anderen aber auch, weil bestimmte Gewohnheiten für uns selbstverständlich geworden sind und wir es einfach leben, ohne dabei zu denken, dass uns etwas weggenommen wird. Verstehen Sie, was ich meine?

Wir streben in unserer heutigen Gesellschaft nach schnell erlebbarem Genuss ohne Anstrengung. Deshalb verändern sich unsere Essgewohnheiten und unser Lebensstil auf eine ungesunde Art und Weise. Nicht nur für uns selbst, denn auch im gegenseitigen Wettkampf um Ansehen und Gunst unserer Liebsten tun wir das. Bekommen wir Besuch, dann muss es etwas möglichst Leckeres zum Kaffee geben, etwas, wodurch wir Lob und Anerkennung bekommen obgleich wir eigentlich mehr Schaden damit anrichten, als dass wir wirklich etwas Gutes tun. Und um unsere Kinder am Abend zu beglücken, auch wenn wir noch so kaputt und ausgelaugt von der Arbeit kommen, bringen wir eben schnell die Pizza oder den Döner mit an Stelle eines fruchtigen Salates oder eines gesunden Auflaufes. Angestachelt durch das Lob und die Freude, die wir dadurch ernten, optimieren wir diesen kurzgedachten Lebensstil immer mehr, bis wir krank werden und merken, so darf es nicht mehr weiter gehen. Viele Menschen laufen dann zum Arzt und holen sich Tabletten zur Behandlung ihrer Beschwerden und ein paar mahnende Worte von Ihrem Hausarzt ab: Medikamente gegen Sodbrennen, Cholesterin, Bluthochdruck oder vielleicht auch zur Senkung des Blutzuckers. Die ersten Wochen sind sie darüber noch etwas erschreckt und befremdet, aber dann merken sie recht schnell, dass die Mittel die Symptome und Beschwerden ja wirklich lindern und sie einfach weitermachen können wie bisher und schon wieder haben sie eine schlechte Gewohnheit in ihr Leben integriert. Aber haben Sie bemerkt, was ich gerade geschrieben habe? – Sie bekommen Medikamente gegen Ihre Beschwerden! – zur Symptombehandlung – aber die Ursachen ihrer Probleme ändern sich dadurch nicht.  Der Vergleich mit der roten Öllampe im Auto ist hier in meinen Augen immer wieder ideal! Würden Sie jemals auf die Idee kommen, die Lampe auszuschalten aber weiterzufahren? Genau das machen diese Menschen aber mit ihrem Körper.

Wir nicht! Zäumen wir das Pferd von hinten auf:

Wir betreiben Rehabilitation und am besten Prävention in den unterschiedlichsten Bereichen unseres Körpers, je nachdem, was wir brauchen und gewinnen dadurch unsere Gesundheit und Kraft zurück oder verlieren sie im optimalen Fall gar nicht erst.

1.       Rehabilitation: Darunter verstehen wir alle Maßnahmen zur Wiederherstellung unserer Gesundheit nach aufgetretenen organischen Störungen mit Krankheitscharakter.

2.       Prävention: greift schon vorzeitig ein, es sind all die Maßnahmen, die wir tun, bevor wir Störungen bemerken und mit denen wir dadurch der Entstehung von krankhaften Veränderungen vorbeugen.

Leider ist es meist so, dass wir mit uns und unserem Leben glücklich sind, bis es anfängt zu zwicken und zwacken. Also ist der Auslöser, über ein gesundes Verhalten nachzudenken meist schon eine zumindest funktionelle Störung. Dennoch gibt es viele Menschen, die so aufgeschlossen sind, dass sie, wenn sie rehabilitativ eine Störung beseitigen aufwachen und präventives Bewusstsein und Handeln entwickeln, damit keine anderweitigen Krankheiten dazukommen.

Es wäre sicher sinnvoller, wenn wir in der Kindheit mehr Gesundheitsbewusstsein und die Inhalte eines gesunden Lebensstils vermittelt bekämen, aber dazu hat sich unsere Gesellschaft zur Zeit zu weit von diesen Zielsetzungen entfernt. Der vermittelte Konsumzwang und das Ziel immer mehr in immer kürzerer Zeit zu erreichen, geht leider auf Kosten unserer Gesundheit, denn unsere Gene schaffen es nicht, sich so rasant an die neuen Lebensbedingungen anzupassen. Das heißt, nicht, dass wir auf alles moderne verzichten müssen, nein, es bedeutet nur, das wir die Basics eines gesunden Lebensstils beherrschen sollten wie das Lesen, Schreiben, Rechnen, Laufen und Essen , die wir schon in unseren Kindertagen lernen. Je besser wir diese Basisstrukturen eines gesundheitsfördernden Lebenswandels beherrschen und anwenden, desto weniger werden uns kleine oder größere Exzesse und kraftaufwendige Erlebnisse schwächen oder in Gefahr bringen.

 

Packen wir es an, egal an welcher Stelle wir stehen, wir haben unsere eigene gesundheitliche Zukunft zu einem bedeutenden Teil selbst in der Hand.