Reduktion von Stressfolgen durch Lebensmittelgenuss mit immunmodulierender Wirkung

Was ist eigentlich Stress? Woher kommt er und welche Folgen hat Stress für uns und unsere Gesundheit?

An jeder Ecke hört man dieses Wort und irgendwie wirkt es schon allein beim Lesen oder Hören eher negativ auf uns.

Stresserkrankungen nehmen in unserer heutigen Zeit enorm zu. Gibt es einen Ausweg oder Schutzmechanismus gegen diese negative Entwicklung für jeden einzelnen von uns?

 

Zum Glück kann man die letzte Frage eindeutig mit JA beantworten.

Es gibt sogar sehr viele Schutzmöglichkeiten zur Stressreduktion oder zum Vermeiden schädlicher Wirkungen auf unseren Körper.

Da steht an erster Stelle die angeborene aber auch die erwerbbare Resilienz, d.h. die psychische Widerstandfähigkeit bzw. die Fähigkeit, schwierige Lebenssituationen ohne bleibende Beeinträchtigung zu überstehen.

Zum zweiten gibt es unser Immunsystem, dessen Balance im Sinne von Abwehr und Heilungen entscheidend ist, ob bestimmte schädigende Einflüsse von außen uns schwächen oder widerstandsfähiger machen.

Achtsamkeitsübungen, regelmäßige körperliche Bewegung an der frischen Luft gepaart mit einem moderaten Kraft- Ausdauertraining, Kneippsche Anwendungen, eine gute Work-Life Balance, ausreichender und erholsamer Schlaf, all das sind Alltagsmaßnahmen, mit denen wir uns vor Stress und seinen negativen Folgen schützen können.

 

Aber in diesem Artikel soll es vorrangig um die Basis gehen: die gesunde Ernährung und deren Möglichkeiten, krankmachende Auswirkungen von Stress zu verhindern.

Bevor wir in die Tiefe gehen noch ganz allgemein gesagt: Eine gesunde und abwechslungsreiche Ernährung mit ausreichend Gemüse für eine gute Versorgung unserer Darmbakterien mit Ballaststoffen, ausreichend Vitaminen und Mineralien sind sicher den meisten dabei selbstredend bewusst.

Stressreduzierende Ernährung bedeutet aber zum einen, einen positiven Einfluss auf unser Immunsystem zu nehmen und auf der anderen Seite unser Gehirn und Nervensystem mit all den essenziellen Nährstoffen zu versorgen, damit sämtliche Transmitter und Hormone zur Selbstregulation gut funktionieren.

 

Bei Stressreaktionen, egal ob durch Erreger von außen oder bei zu viel negativen Einflüssen durch unseren inneren Stoffwechsel entstehen immer freie Radikale! Und wie bei fast allem in der Natur, bis zu einem gewissen Ausmaß ist dies auch ein vom menschlichen Körper gewünschter, absichtlich in uns hervorgerufener Mechanismus, um der Immunabwehr gegen Bakterien und Viren zu helfen oder um in uns den programmierten Zelltod von kranken oder geschädigten Zellen einzuleiten. Unser Körper ist also ständig daran interessiert, um optimal zu funktionieren, eine Balance zwischen notwendiger Menge an freien Radikalen und dem Abfangen eines Übermaßes dieser Moleküle zu erhalten. Zum Abfangen und Neutralisieren von zu vielen dieser freien Radikale nutzen wir sogenannte Antioxydanzien.

Vor allem in Stressphasen wie Infektionen oder starker körperlicher und geistiger Anstrengung kann dieses Gleichgewicht in Richtung eines Zuviels an freien Radikalen kippen. Dies kann zu chronischen Erkrankungen und dauerhaften Schäden führen. Deshalb ist es notwendig, gerade in solchen Zeiten auf eine ausreichende Zufuhr von Antioxydanzien durch unsere Nahrung zu achten, um den Körper mit sogenannten Schutzmolekülen zu unterstützen. Dabei geht es zum einen um Vitamine wie Vitamin C und D und um Mineralien wie Zink, Selen u.a., aber vor allem wirkt hier auch eine meist völlig vernachlässigte Gruppe von Pflanzenbestandteilen, die sekundären Pflanzenstoffe, wie zum Beispiel Anthocyane oder Lycopin. Um Lebensmittel bezüglich ihrer antioxidativen Wertigkeit einzuteilen, benutzt man daher den sogenannten ORAC-Wert als Anhaltspunkt für das Schutzpotenzial von Nahrungsmitteln.

ORAC ist die Abkürzung für Oxygen Radical Absorbance Capacity – also die Kapazität, freie Radikale abzufangen.

Lebensmittel mit sehr hohen ORAC-Werten sind Beerenfrüchte, aber auch einige Gewürze, Gemüse und Nüsse. ORAC-Werte geben einen sehr guten Anhaltspunkt dafür, welche Lebensmittel ein hohes Schutzpotential haben. Je höher der ORAC-Wert eines Nahrungsmittels, desto größer ist dieses Schutzpotential.

 

Welche positiven Auswirkungen können Sie erwarten, wenn Sie sich regelmäßig mit Lebensmitteln ernähren, die sich durch einen hohen ORAC-Wert auszeichnen?

-          Ihre Zellen bleiben länger aktiv und gesund.

-          Sie steigern die Funktionsfähigkeit Ihrer Zellen.

-          Ihr Immunsystem wird gestärkt, d.h. Sie können besser Bakterien und Viren abwehren und Erkrankungsverläufe mildern.

-          Sie verhindern die Entstehung chronischer Erkrankungen (sogenannte Zivilisationskrankheiten wie Herzinfarkt, Schlaganfall, Krebs, Autoimmunerkrankungen ….).

-          Sie schützen Ihre Blutgefäßzellen vor Entzündungsreaktionen, die Arteriosklerose und damit Gefäßverkalkungen auslösen.

-          Sie verbessern die Funktionsfähigkeit Ihres Gehirns und erhalten sich länger ein gut funktionierendes Gedächtnis.

-          Sie erwerben sich gute Anti-Aging-Effekte.

 

Wonach kann man sich denn beim Einkauf richten? Wie erkennen Sie Lebensmittel mit einem hohen ORAC-Wert? Das ist gar nicht so schwer, denn Nahrungsmittel mit vielen dieser Schutzmoleküle haben einen intensiv leuchtenden Farbton wie orange, gelb oder violett.

 

Violette Lebensmittel haben einen hohen Anteil an Anthocyanen. Greifen Sie also öfter zu roten Trauben, Beeren, Rotkohl oder Radicchio.

 

Rote Lebensmittel enthalten Lycopin. Genießen Sie Tomaten, Erdbeeren und Hagebutten.

 

Rot-gelbe Lebensmittel enthalten vermehrt Beta-Carotin als Antioxidans. Wählen Sie also Mango, Sanddorn, Kürbis, Möhren, Kirschen und auch hier punkten Tomaten.

 

Sie können zusätzlich durch den Austausch der farblichen Varianten ähnlicher Lebensmittel mehr Schutzmoleküle aufnehmen.

Tauschen Sie einfach in Richtung dunkleres Rot oder Violett.

Fantastische Beispiele dafür:

Essen Sie lieber rote als weiße Zwiebeln, verwenden rote oder gelbe Paprika an Stelle der grünen, bevorzugen Sie violette Salate gegenüber grünen, essen Sie häufiger Rot- als Weißkohl, eher Brom- oder Heidelbeeren als Himbeeren. Schwarze Johannisbeeren punkten bzgl. ORAC-Wert mehr als rote oder weiße und auch bei Weintrauben lohnt es sich, häufiger rote als grüne zu genießen.

 

Wenn Sie dazu noch die Nährstoffe vermehrt zu sich nehmen, die die Grundbausteine für unsere Hirnbotenstoffe enthalten (Lesen Sie dazu nochmal in unserem Newsletter Juni 2019 den Artikel: Brain food – eine Einführung zum neugierig werden, auf unserer Internetseite www.diabetes-trainingszentrum.de nach.)

Essen ist essenziell – Essen ist unsere Medizin – das richtige Essen macht glücklich und hält uns gesund!

 

 

Leben und essen wir also mit mehr Selbstwirksamkeit und Bewusstsein, weil wir es uns wert sind!