Gesunde Ernährung für die Seele – Antistressernährung wie geht das?

Ernährung für die Seele, damit verbinden wahrscheinlich die meisten Schokolade, die Glückshormone freisetzen soll? Nun ja, vielleicht tut sie das bei dem einen oder anderen, aber Vollmilchschokolade wird diesem Ruf leider nicht wirklich gerecht.

Wenn, dann sollten Sie Schokolade mit einem hohen Anteil an Kakao genießen (mind. 70%), denn Kakao enthält Tryptophan, eine Aminosäure die unmittelbar die Vorstufe des Glückshormons Serotonin darstellt.

Aber heute möchte ich Ihnen eher die Grundlagen der Antistressernährung erläutern.

Diese beruht auf 4 grundlegenden Säulen:

1.      Der Versorgung mit den essenziellen Nährstoffen für die Bildung von Neurotransmittern

2.      Essenzielle Nährstoffe für den Aufbau der Nervenzellen, damit die Signale schnell und optimal übermittelt werden können

3.      Die optimale Versorgung unseres Bauchhirns mit dem Schutz unserer Darmflora

4.      Die Verhinderung von Zellschäden durch Stress zur Verlangsamung von Alterungsprozessen.

 

Für den optimalen Aufbau unseres Nervensystems sind vor allen Dingen 3 Dinge sehr wichtig:

-          Sie sollten ausreichend trinken, um den Wassergehalt in den Nervenzellen optimal zu halten

-          Sie sollten ausreichend Eiweiß zu sich nehmen und dabei Eiweißquellen, die viel der Aminosäuren Tyrosin und Tryptophan enthalten, bevorzugen, denn diese Aminosäuren sind essenziell für die Bildung der Nervenbotenstoffe. Dazu sollten Sie sich täglich aus folgenden Nahrungsmittelgruppen bedienen: Samen, Nüsse, Hülsenfrüchte, Fisch- oder andere Meeresfrüchte oder Hartkäse. Des Weiteren gibt es auch wichtige Vitamine und Mineralien, die für die Botenstoffbildung entscheidend sind: - Vitamin B12 (nehmen Sie nur über tierische Produkte zu sich), Folsäure, Eisen, Vitamin B6 und Vitamin C, Zink, Magnesium und Kupfer. Diese 10 Stoffe sind die Ausgangsstoffe für die Gehirnbotenstoffe: Dopamin, Noradrenalin, Adrenalin zur Stressregulation, aber ebenso für unser Glückshormon Serotonin und unser Schlafhormon Melatonin.

-          Sie sollten auf eine Versorgung mit den richtigen Fetten  achten, denn neben  Wasser und Eiweiß besteht unser Nervensystem aus Fett, welches sich in den Zellwänden und Nervenscheiden (Myelin) befindet und damit ganz wichtig für den Schutz und die Funktionsfähigkeit unseres Nervensystems ist.

Achten Sie auf Nahrungsmittel mit einem hohen Omega-3- Fettsäureanteil und hier ganz speziell auf DHA (Docosahexaensäure), denn dies ist die wichtigste Fettsäure in unserem Gehirn. Gute Quellen für DHA sind Wild- und Weidetiere, Eier von Hühnern mit artgerechter Fütterung, Wildfisch aus kalten Gewässern. Wer sich unbedingt vegetarisch ernähren möchte, sollte Nahrungsmittel wählen, die die Vorstufen von DHA enthalten, wie zum Beispiel Walnüsse, Hanf- oder Leinsamen und deren Öle. Die körpereigenen Umwandlungsraten sind aber relativ gering, so dass die erstgenannten Lebensmittel für eine optimale Versorgung die bessere Alternative darstellen.

 

Ebenso wichtig, wie die gesunde Ernährung unseres Gehirns, ist auch die Pflege unseres Bauchhirns, da es direkt mit unserem Gehirn in Verbindung steht und ebenso großen Einfluss auf unser Immun- bzw. Abwehrsystem hat.

Unser Bauchhirn kann Einfluss auf unsere Stimmung und unsere psychische Stabilität nehmen.

Pflegen Sie es deshalb unter Beachtung der folgenden Faktoren:

-          Meiden Sie industriell hergestelltes Essen mit darmschädigenden Zusatzstoffen wie Konservierungsmittel oder Emulgatoren. In diesem Sinne ist auch die Bevorzugung von unverarbeiteten Bioprodukten zu bevorzugen, da Sie dort auch bedeutend weniger von gesundheitsschädigenden Pestiziden überrascht werden.

-          Versuchen Sie fermentierte (vergorene) Lebensmittel in Ihren Speiseplan einzubauen, wie zum Beispiel frisches Sauerkraut oder andere fermentierte Kohlsorten, Kimchi, Kombucha, Kefir oder Joghurt. Damit optimieren und unterstützen Sie Ihre Darmflora, die wiederum für eine intakte Darmbarriere sorgt.

-          Für viele Menschen erweist es sich auch als nützlich, auf glutenhaltige Nahrungsmittel zu verzichten bzw. diese einzuschränken. Gluten kann die Darmbarriere lockern und führt wahrscheinlich auch zu negativen Veränderungen im Bereich der Blut-Hirn-Schranke. Ein Selbstversuch durch 2-4-wöchigen Verzicht wird Ihnen zeigen, ob sich Ihre mentale Situation durch Glutenmeidung verbessern lässt. Patienten berichten immer häufiger davon, dass sich andauernde Müdigkeit oder Denkstörungen durch das konsequente Meiden von Gluten deutlich reduzieren lassen.

 

Außerdem sollten Sie, wie bei all unseren Ernährungsempfehlungen auch hier auf reichlich Antioxidantien zum Zellschutz  vor Stressschäden und vorzeitiger Alterung achten, die Sie ja bekanntlich in Obst- und Gemüse; grünem Tee, Kaffee, aber auch dem oben genannten Kakao finden, nicht zu vergessen unsere Kräuter und Gewürze mit regelrechten Boostereffekten.

 

Wenn Sie sich dazu noch Zeit nehmen und bewusst Ihr Essen genießen, ausreichend kauen und versuchen, Fressattacken als Belohnung oder zur Stressbewältigung zu vermeiden, dann werden Sie die Verbesserungen für Körper und Geist sehr bald und intensiv spüren.

 

Zurück zu mehr und bewussterem Genuss! Guten Appetit