Kann man die Lust auf Süßes und Heißhungerattacken zähmen?


Ganz klare Antwort: glücklicher Weise ja!

Sie müssen es nur nicht nur wollen, sondern auch umsetzen!

 

Hierzu gibt es 3 wichtige Ansätze, die zusammengenommen den Schlüssel zum Erfolg darstellen:

  1. Reduktion der natürlichen Zucker- und Kohlenhydrataufnahme.  Unsere Zunge hilft uns dabei!
  2. Die Aufnahme der richtigen Fette in der passenden Menge.
  3. Die Nutzung von natürlichen Substanzen, die den Heißhunger reduzieren.

 

Raus aus der Zuckerfalle

Unser menschliches Gehirn ist ein Hochleistungsorgan und bezieht, wenn wir es mit unserem Lebensstil so trainiert haben, seine Energie meistens aus Zucker. Interessant dabei ist aber, dass dafür nicht zwingend Zucker gegessen werden muss, sondern dass das Gehirn sich die benötigte Energie auch weitgehend aus Fettsäuren selbst herstellen kann. Man nennt diesen Vorgang auch Ketose. Dieser Weg ist aber energieaufwendiger als die Nutzung von frei verfügbarem Zucker aus dem Blut. Daher bevorzugt unser Körper natürlich, wenn möglich, diesen direkten Weg, vor allem dann, wenn über die Ernährung viele verwertbare Kohlenhydrate (Süßes) zur Verfügung stehen.

Menschen haben schon früh einen raffinierten Weg gefunden, mit Hilfe eines Vogels an süße Quellen zu gelangen. Der Honiganzeiger signalisiert in Afrika mit seinem Lockruf den Naturvölkern, dass ein Bienenstock in der Nähe ist. Die Menschen folgen dem kleinen Vogel, der sie zur Honigquelle führt. Dieser erhält dann zum Dank Wabenstücke mit Honig.

Die Zunge kann sehr schnell Süßes schmecken und so dem Gehirn Informationen senden, dass sich eine energiereiche Nahrungsquelle in Griffweite befindet.

Hierin liegt auch ein Schlüssel für uns, um das Verlangen nach Süßem und die Mengen reduzieren zu können. Dies funktioniert innerhalb von 2-3 Wochen.

In den Geschmacksknospen der Zunge haben wir Sinneszellen, die Zucker erkennen und als süßen Geschmack an das Gehirn melden. Diese Sinneszellen werden etwa alle 10-14 Tage erneuert. Das geschieht nicht komplett zum gleichen Zeitpunkt. Tagtäglich werden einige Teile der Rezeptoren in den unterschiedlichen Geschmacksknospen ausgetauscht.

Wenn wir also die Zuckermengen, die wir aufnehmen reduzieren, dann kommen die neu entstehenden Sinneszellen mit immer weniger Zucker in Kontakt. Nach 2-3 Wochen sind die Sinneszellen komplett einmal ausgetauscht. Dann hat sich auch unser Geschmacksempfinden deutlich geändert. Wir empfinden, wenn die neuen Sinneszellen nicht mehr so viel intensive Süße gewohnt sind, Süßes intensiver als vorher und sind daher auch bereits mit kleineren Mengen zufrieden. Vielleicht kennen Sie das Gefühl aus längeren Fastenzeiten. Danach empfindet man häufig vorher beliebte Süßspeisen als viel zu süß.

Man kann sich also an weniger Zucker in relativ schneller Zeit gewöhnen.

Low Carb Tipps zur Zuckerreduktion:

  • Industrieprodukte (Fertigprodukte meiden, da diese oft viel versteckten Zucker enthalten.
  • Produkte aus Weißmehl durch Nüsse oder Samen ersetzen (Beispiel: Pizzaboden aus Leinsamenteig, Kuchenboden oder Kekse aus Nussmehl, Brot aus reinen Saaten
  • Auf unterschätzte Zucker achten z.B. Obst (verzichten Sie auf Obstsäfte und Trockenfrüchte und bevorzugen Sie lieber knackiges frisches Gemüse
  • Nutzen Sie süße Assoziationen wie Vanille und Zimt, die einen süßlichen und wärmenden Geschmackseindruck vermitteln
  • Kakaonibs als Schoko-Knuspersnack (100 % Kakao) – herb und knusprig – liefern die Nährstoffe für Belohnungshormone (Serotonin) ohne zusätzlichen Zucker
  • Natürliche Zucker verwenden wie Honig, Apfeldicksaft oder ähnliches. Der Eigengeschmack dieser Lebensmittel verhindert ein Übersüßen.
  • Light-Produkte und Zuckeraustauschstoffe funktionieren nicht. Das hat mehrere Gründe: 1. Verringern Sie Ihr Verlangen nach Süßem nicht, 2. Wir holen uns durch das geweckte, aber nicht gestillte Verlangen nach Zucker und den entsprechenden Kalorien, diese auf andere Art und Weise, d.h. Wir essen von anderen Produkten am Tag mehr.

 

Die Aufnahme der richtigen Fette in der richtigen Menge

Reduziert man die Kohlenhydratzufuhr, stellt sich vielleicht für einige das Problem der Sättigung. Eiweiße und Fette sättigen aber ebenso gut und können daher als gute Austauschkomponenten genutzt werden.

Bei Stress ist auch unser Verlangen nach Fett erhöht. Das ist aber relativ unproblematisch, achtet man auf die passenden Fettquellen. Dies sind natürliche tierische und pflanzliche Fette (keine industriellen!!).

Gute pflanzliche Quellen:

  • Avocado („Butter des Waldes“)
  • Nüsse (Walnuss, Cashew, Mandel, Haselnuss, Erdnuss)
  • Samen (Kakaobohnen oder -nibs, Kürbiskerne, Sonnenblumenkerne, Sesamsamen, Mohn)
  • Pflanzliche Öle wie Walnussöl, Hanföl, Leinöl, Kokosfett, Traubenkernöl; Olivenöl, Algenöl

 

Gute Tierische Quellen:

  • Fleisch von Weidetieren (Rind, Lamm, Ziege)
  • Wildfisch
  • Käse aus Weidemilch

 

Wussten Sie eigentlich, dass Nüsse uns mit weniger Kalorien versorgen als sie eigentlich haben?

Bei ganzen Walnüssen z.B. gibt es Untersuchungen, dass sie ca. 21 % weniger Energie freisetzen als sie eigentlich enthalten, da bei der Verdauung viele Zellstrukturen intakt bleiben und so die enthaltenden Fette nicht verdaut werden (gilt für den Verzehr ganzer Nüsse, nicht für den Verzehr von Nussmehl).

Walnüsse sind außerdem gut für das Gewicht, weil sie die Appetitkontrolle im Gehirn regulieren und die Menschen so weniger hungrig sind und zu gesünderen Nahrungsmitteln greifen.

Walnüsse sorgen für bessere Blutfettwerte, helfen beim Verbrennen von Zucker und reduzieren Entzündungen, die sonst das Abnehmen blockieren können.

 

Nutzung natürlicher Stoffe, die Heißhungerattacken reduzieren

  • Ätherisches Grapefruitöl

Der Duft des ätherischen Grapefruitöls erhöht die Aktivität der sympathischen Nervenfasern, die das weiße und braune Fettgewebe und die Nebennieren innervieren. Gleichzeitig verringert er die Aktivität des Nervus Vagus im Magen. Dies führt zu einer verstärkten Lipolyse (Fettverbrennung), Thermogenese (Wärmeerzeugung- ) und zu einer Verringerung der Nahrungsaufnahme.

PS: Der Duft des ätherischen Lavendelöls bewirkt das Gegenteil.

 

  • Bitterstoffe

Bitterstoffe sind der Gegenspieler zu Süßem. Studien zeigen, dass das Sättigungszentrum durch Bitterstoffe zufriedengestellt wird, was dazu führt, dass wir weniger essen.

Reich an Bitterstoffen sind zum Bespiel:

  • Kräuter und Gewürze wie Ingwer, Wildkräuter, Majoran, Oregano, Rosmarin und Basilikum
  • Gemüse wie Grün- oder Rosenkohl, Artischocke
  • Salate wie Chicoree, Radicchio, Rucola, Endivie und Löwenzahn
  • Probieren Sie doch mal Kakaoschalentee. Er vermittelt das Aroma von Kakao, hat aber an Stelle von süßen Kohlenhydraten nur sättigende Bitterstoffe ohne jegliche Kalorien.

 

Packen Sie es an und suchen Sie sich die für Sie optimalen Hilfsmittel heraus, um der Zuckerfalle zu entfliehen und sich gesünder zu ernähren. Damit verbessern Sie Ihre Lebensqualität und Gesundheit, die wichtigsten Schätze, die Sie haben!