Brain Food - eine Einführung um neugierig zu werden


Haben Sie schon mal darüber nachgedacht, ob Sie Ihr Gehirn und Ihr Nervensystem optimal mit Nährstoffen versorgen?

Wenn nicht, dann wird es höchste Zeit, erst recht, wenn Sie häufiger mal eine mentale Erschöpfung spüren, schlecht schlafen, vergesslich, unruhig oder leicht depressiv werden oder wenn Sie häufiger mal unter eigentlich unbegründeten Heißhungerattacken leiden. Wir denken dann ja oft, oh unser Hirn braucht jetzt wohl einfach etwas Süßes, schließlich benutzen wir es ja den ganzen Tag und haben viel um die Ohren und von Kindheit an wurde uns erklärt, das Gehirn kann Zucker von allen Nährstoffen am schnellsten und effektivsten verwerten, also her mit dem Schokoriegel!

Weit gefehlt! Vielleicht ist es sinnvoll, sich mal auf Süßwaren einzulassen, wenn Sie stundenlang in einer Prüfung sitzen oder vor Ihrer Masterarbeit oder wenn Sie ein neues Computerprogramm entwickeln! – Das kommt oft vor, nicht wahr??

Nein, ehrlich gesagt schadet Zucker auch unserem Gehirn, wenn wir ihn immer wieder in größeren Mengen verzehren und damit unseren Blutzucker rasant in die Höhe treiben. In der Neurowissenschaft, also in dem Fachgebiet, das sich mit unserem Nervensystem wissenschaftlich beschäftigt, verdichten sich immer mehr die Erkenntnisse, dass ein hoher Zuckerkonsum unserem Gehirn eher schadet als nutzt. Manche Wissenschaftler sprechen bereits von der Alzheimererkrankung als eine Form der Zuckerkrankheit – Diabetes mellitus Typ 3! (mehr dazu in unserem nächsten Artikel)

Aber welche Nährstoffe sind nun für unser Gehirn wirklich nützlich und essentiell notwendig?

In unserem Gehirn gibt es verschiedene Botenstoffe, mit deren Hilfe die Reizleitung und Übertragung funktioniert und die dafür verantwortlich sind, dass sowohl unser willkürlich steuerbares als auch unser autonomes (nicht steuerbares) Nervensystem funktionieren und das sowohl im Gehirn und Rückenmark, als auch in unserer Peripherie, also den einzelnen Organen und Körperabschnitten.

Diese Hauptbotenstoffe heißen Adrenalin, Noradrenalin, Dopamin, Serotonin und Melatonin. Für diese Botenstoffe sind folgende 10 Nährstoffe essentiell, das heißt, wir müssen sie über die Nahrung aufnehmen und können sie nicht selbst herstellen:

 

Tyrosin und Tryptophan (2 Aminosäuren, also 2 Bausteine, die in eiweißhaltigen Nahrungsmitteln in unterschiedlichen Mengen vorkommen), Eisen, Zink, Kupfer, Magnesium, Vitamin C, Vitamin B12, B6 und Folsäure.

Wir sollten also darauf achten, dass wir uns so ausgewogen ernähren, dass unser Körper von all diesen Bausteinen genug für unser Nervensystem zur Verfügung steht.

 

Dazu nun hier eine Übersicht mit den Lebensmitteln, die diese Stoffe am optimalsten enthalten. Insgesamt zählen dazu Lebensmittel aus 9 Kategorien:

1.      Nüsse und Samen – vor allem Cashew, Erdnuss, Walnuss, Sonnenblumenkerne, Sesamsamen und Kakao

2.      Fleisch und Innereien – vor allem Weiderind, Lamm, Ziege und Bio- Geflügel, Leber, Niere, Herz

3.      Fisch und Krustentiere – Thunfisch, Sardine, Lachs, Makrele, Garnelen

4.      Ei und (Hart-Käse) - Eier von Hühnern, Wachteln oder Gänsen und Parmesankäse

5.      Früchte – vor allem Bananen und Beeren

6.      Gemüse – vor allem Kohl, Möhren, Paprika

7.      Hülsenfrüchte – Linsen und Kichererbsen

8.      Pilze – Champignon, Austernpilz, Pfifferling

9.      Gewürze – Bockshornklee, Kurkuma, Pfeffer, Safran

 

Wenn Sie Ihre Ernährung mal bewusst ein paar Tage umstellen, weg von Zucker und zuviel Kohlenhydraten, hin zu diesen Lebensmittelgruppen, werden Sie es schnell spüren. Sie haben mehr Energie und fühlen sich wohler, genießen den Tag bewusster und lassen sich vom Alltagsstress nicht mehr so unterkriegen. Sie werden wieder viel mehr Elan haben, schöne Dinge zu tun oder auch Sport zu treiben und sich zu bewegen. Denn nicht Ihr Körper ist kaputt, wenn Sie abends müde auf die Couch sinken und froh sind, wenn niemand mehr etwas von Ihnen möchte, sondern Ihr Geist ist dann schwach und ausgebrannt oder besser ausgehungert durch den Mangel an den richtigen Nährstoffen. Bringen Sie auch Abwechslung in Ihren Ernährungsalltag, denn das Glied reißt immer an der schwächsten Stelle, das heißt, Sie brauchen alle der genannten Nährstoffe in ausreichender Menge. Nicht vergessen sollten wir dabei gesunde Öle und Fette, reichhaltig an Omega 3-Fettsäuren, denn unser Gehirn besteht zu 70 % aus fetthaltigem Gewebe! All unsere Nervenstränge und unsere Zellen werden von Fetthüllen umgeben, die den Stoffaustausch und die Botenstoffübertragung möglich machen. Je optimaler diese Gewebe durch gesunde Ernährung gepflegt werden, desto optimaler funktioniert unser Gehirn und unser Nervensystem und desto leichter können wir das Leben mit allen Sinnen genießen!

Brain Food ist also kein Kurzzeittrend, sondern ein unentbehrlicher Baustein einer gesunden Lebensphilosophie!

 

Vielleicht noch 2 kleine Argumente zum Schluss:

1.      Fastenzeiten und extrem zuckerarme Ernährungsformen wie z.B. bei der ketogenen Ernährung) liefern nicht nur ausreichend Energie sondern auch ein Hirn-High, also eine besondere Leistungsfähigkeit und psychisches Wohlbefinden.

2.      Es ist wissenschaftlich erwiesen, dass die dauerhaft zu hohen Blutzuckerspiegel bei Diabetikern die Gedächtnisleistung verringern.

 

Bleiben Sie am Ball:

Top Gehirnleistung muss man essen – denken Sie also beim Essen immer an die 10 unentbehrlichen Nährstoffe für Top- Leistungskraft und schnelle Regeneration!