Warum und wie macht uns Zucker dauerhaft krank - Fakten, an denen wir nicht vorbeisehen können - wissenschaftlich bewiesen und doch täglich ignoriert

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Wer kennt sie nicht diese Lust oder diesen Heißhunger auf etwas Süßes. Immer wieder kommt uns der Gedanke daran, mal als Belohnung, mal zum Entspannen. Häufig backen wir oder kaufen Süßes, um Freunde und Besuch damit zu überraschen. Unsere Kinder bekommen Süßigkeiten als Belohnung für ein gutes Zeugnis oder in die Schultüte gesteckt, aber auch als kleinen Snack beim Fernsehen, weil sie dann einfach glücklich sind und wir uns gut fühlen. Sind sie zum Kindergeburtstag eingeladen, dann schmücken wir das Geschenk mit Lutschern oder Schokobons, bei jedem großen Fest, egal ob Weihnachten, Ostern, Geburtstag, Hochzeit, ja selbst auf Beerdigungen werden Kuchen oder Torten und ähnliche Süßwaren verzehrt. Dazu noch die süßen Getränke. Frucht- und ACE-Drinks genießen dabei sogar noch einen Gesundheitsruf, aber ebenso Cola, Fanta, Sprite und wie sie alle heißen schütten wir Menschen literweise in uns hinein. Und nicht, dass Sie sich jetzt gleich denken, oh nein, dieses oder jenes tue ich ja gar nicht, ich bin überzeugt, jeder, wirklich jeder von uns beteiligt sich an Teilen meiner Aufzählung

 

Was wäre unser Leben ohne Süßwaren? Würden wir etwas vermissen? Nein, denke ich, würden wir nicht. Wäre nicht unser Leben von Kindheit an auf Süßes als Luxus, etwas Schönes, Positives, Erstrebenswertes ausgelegt, dann würden wir nicht so intensiv danach streben, es zu genießen bzw. zu verbreiten. Aber dadurch, dass wir als Kinder ständig erleben, dass Süßes etwas Großartiges ist, was man geschenkt bekommt, wenn man artig war, was bei Kummer hilft, etwas, was alle vor Freude zum Lachen bringt, dadurch lernen wir wie ein pawlowscher Reflex, dass Süßes großartig ist, dass es uns dadurch gut geht, dass es zum Glücklichsein gehört. Und irgendwann erscheint es uns dann unmöglich, darauf zu verzichten. Unsere Gesellschaft macht es uns dabei zusätzlich schwer, an jeder Ecke eine Eisdiele, in jedem Supermarkt an der Kasse noch ein paar Sonderangebote an Süßigkeiten, überall Backshops, die betörende Düfte in die Umgebung aussenden.

Süßwaren machen uns in dem Maße, wie sie die meisten von uns verzehren, krank.

Ich habe hier einmal die wichtigsten Fakten aufgeschrieben und ich bin mir leider ziemlich sicher, selbst wenn Sie diese alle in Ruhe lesen und einige von ihnen Sie vielleicht auch kurzzeitig zum Nachdenken bringen, Sie Ihre Essgewohnheiten, wenn Sie gut sind vielleicht ein wenig ändern werden, aber nicht rigoros. Schade eigentlich, denn wenn wir uns überlegen, wieviel Leid Süßigkeiten über die Menschen bringen: all die Typ 2-Diabetiker, die an die künstliche Niere müssen, denen Zehe oder Füße, manchmal sogar der Unterschenkel amputiert werden müssen, all die Menschen, die durch ihre Zuckererkrankung erblinden, die dadurch einen Herzinfarkt oder Schlaganfall bekommen, durch den Schlaganfall vielleicht nie wieder richtig laufen können oder die Sprache verlieren, all die Frauen, die vielleicht keinen Brustkrebs mit Chemotherapie und Bestrahlung (also mit Verlust der Kopfbehaarung und starker Übelkeit und Brechreiz therapiert werden müssen), all die Menschen, die sich künstliche Hüft- oder Kniegelenke einbauen lassen, weil sie durch ihr Übergewicht oder ihre krankhafte Fettsucht (= Adipositas) ihre Gelenke vorzeitig und irreparabel geschädigt haben, all die Kinder und Erwachsenen, die beim Zahnarzt leiden, weil gebohrt wird, wenn durch Karies die Zähne zerstört werden und nicht zuletzt auch all die Menschen, die durch zu viele Süßigkeiten im Alter dement werden! Na ja, die merken es ja dann irgendwann nicht mehr, aber meinen Sie nicht auch, dass wir eigentlich genug Verstand haben müssten, um all diesen Erkrankungen vorzubeugen, einfach nur durch Verzicht, Verzicht auf Süßes? Was ist eigentlich leichter, als etwas einfach nicht zu tun? Ich bin realistisch und habe auch gute medizinische Kenntnisse, so dass ich weiß, dass viele der genannten Erkrankungen auch eintreten können, wenn man wenig Süßes isst und das es andere Risiken gibt, die wir auch vermeiden könnten, aber das es manchmal auch einfach Schicksal ist, wenn uns eine Krankheit erwischt. Aber ich verspreche Ihnen, der Großteil der Erkrankungen, an denen die Menschen heutzutage in Deutschland leiden, sind Wohlstandserkrankungen durch falsche Ernährung und zum Großteil durch den zu hohen Anteil an Zuckerkonsum.

 

Wie schädigt uns denn Zucker bzw. Süßes eigentlich? 

In letzter Zeit steht der früher mal so hoch gelobte Fruchtzucker (Fruktose) in Kritik. Zu Recht finde ich, denn nicht der Fruchtzucker in 1-2 Portionen Obst ist hiermit gemeint, sondern der Fruchtzucker, der sehr vielen Lebensmitteln heute überwiegend auch künstlich nachgebaut, beigemischt wird, um unsere Lust auf einen guten Geschmack zu befriedigen und auch als Konservierungsstoff zu dienen. Fruktose hat aber den Nachteil, dass sie immer in der Leber erst in eine Form verstoffwechselt werden muss, die unsere übrigen Körperzellen auch verarbeiten können (zum Beispiel in Glycerin - einer Form von Fett, zur Speicherung für schlechte Zeiten, die nie kommen oder auch in Glycogen, die Speicherform von Zucker). Die Leber hat durch den hohen Konsum an Fruchtzucker ständig viel zu viel zu tun, und erschöpft allmählich in ihrer Regulationsfähigkeit. Wir merken dies daran, dass unsere Nüchternzuckerwerte ansteigen - ein Frühwarnsignal, ein Zeichen für eine beginnende Zuckerverwertungsstörung. Die Leber verfettet immer mehr, indem sie versucht, die Fruktose in Form von Fett kurzfristig zu speichern. Symptome wie Völlegefühl im Oberbauch und häufige Müdigkeit und Abgeschlagenheit können die Folge sein. Verfettet die Leber zu stark, dann führt dies zu Entzündungen der Leber (Fettleberhepatitis, die im schlimmsten Fall im Leberkrebs oder Leberversagen enden kann).

 

Und noch etwas bewirkt ein zu hoher Fruchtzuckerkonsum: Er begünstigt das Auftreten von Gicht, durch die Umwandlung des Fruchtzuckers in Purine. So schädigen Sie Ihre Gelenke, also nicht nur durch die vielen Kilos an fettbedingtem Übergewicht, das Sie entwickeln, wenn Sie zu viel Zucker essen, sondern auch noch durch die Harnsäurekristalle, die sich in den Gelenken bei Gicht ablagern können und zu Entzündungen und Zerstörungen der Gelenkflächen führen, zum Teil irreparabel!

  

Zucker fördert auch das Krebswachstum. Es gibt zahlreiche Studien, die belegen, dass Brust-, Darm-, Eierstock- und Nierenkrebs bei Menschen mit hohem Zuckerkonsum häufiger auftreten als bei Menschen mit geringem Zuckerkonsum. Krebszellen ernähren sich hauptsächlich von Zucker, so dass es eine gute Strategie darstellt, sich in der Krebstherapie aber am besten schon in der Krebsprävention zuckerarm zu ernähren.

 

In Deutschland leben ca. 8 Millionen Typ 2 Diabetiker (Altersdiabetes hieß es früher). Heute sind oft schon Menschen mit 30-40 Lebensjahren betroffen. Es beginnt schleichend und unbemerkt, wen stört schon so ein wenig Zuviel an Zucker im Blut?   Ihre gesunden Zellen, aber die schreien ja nicht!  Der erhöhte Blutzucker führt zu verstärkter Insulinausschüttung, um den Blutzucker wieder auf normale Werte zu senken. Wenn der Blutzucker aber durch die Aufnahme größerer Zuckermengen rasch ansteigt, dann kommt es zu einer Überproduktion von Insulin und einem schnellen Abfall des Zuckers. Das signalisiert dem Gehirn, das ständig die Mess- und Regulationszentrale darstellt die Gefahr einer Unterzuckerung und das Gehirn sendet Heißhungersignale aus, die uns wieder dazu führen zu essen. Und was ist am schnellsten verfügbar? Kohlenhydrate, die alle zu Zucker umgebaut werden, wenn es nicht von vornherein schon das Stück Schokolade oder der kleine Schokoriegel ist, den wir uns greifen. So essen wir den ganzen Tag über immer wieder kleine Portionen und nehmen dadurch übermäßig viel Kalorien auf, wir werden also fett, denn wir bewegen uns ja überwiegend alle viel zu wenig für die Mengen, die wir essen. Unsere Speicherzellen, ob nun in der Muskulatur, in der Leber oder im Fettgewebe wollen irgendwann keinen Speicherzucker und auch kein Speicherfett mehr aufnehmen, da sie sich nicht selbst zerstören wollen. Fettzellen können sich teilen und dadurch große Mengen speichern, was man an den Umfängen der Leute sieht, wenn man einmal aufmerksam durch die Stadt geht, aber irgendwann wird auch dieser Platz zu eng, denn unser Bindegewebe, das uns zusammenhält, kann sich nicht unendlich dehnen. Die Fettzellen werden also zusammengepresst und die kleinen Blutgefäße, die zwischen ihnen verlaufen, um sie mit Sauerstoff und Nährstoffen zu versorgen, werden abgedrückt und sterben ab. Dann sterben auch die Fett- und Bindegewebszellen und es bilden sich Entzündungsherde, um diese toten Zellbestandteile abzutransportieren. Diese Entzündungsherde führen zu Folgekrankheiten in uns: Arteriosklerose in den Gefäßen mit Folgen wie Bluthochdruck, Schlaganfall und Herzinfarkt, Autoimmunerkrankungen und die Zerstörung von gesundem Gewebe. Auch chronische Entzündungsreaktionen sind für die Entstehung von Krebserkrankungen verantwortlich.

 

Nun vielleicht noch ein Punkt, der Sie aufhorchen lässt. 

Durch einen zu hohen Zuckerkonsum altern wir schneller!

Alterungsprozesse werden durch sogenannte AGEs ausgelöst und beschleunigt. AGEs sind verzuckerte Eiweißverbindungen, die in uns entstehen, wenn im Blut längerfristig zu hohe Blutzuckerspiegel vorhanden sind.

 

AGEs sind für folgende Schäden in unserem Körper maßgeblich mitverantwortlich: 

-        AGEs verhärten die Kollagenfasern, machen dadurch die Haut unelastisch und fördern auf diesem Weg die Entstehung von Falten

-        sie verschlechtern die Sauerstoffversorgung in unserem Körper und fördern dadurch Müdigkeit und Energielosigkeit

-        sie machen die Blutgefäße unflexibel und führen dadurch zu Bluthochdruck

-        sie führen zu grauem Star (eine heute fast immer im Alter auftretende Erkrankung)

-        sie stören die neuronalen Verbindungen im Gehirn und gelten damit als Mitauslöser für Demenz

-        sie schädigen unsere Nieren

-        sie führen zur Versteifung von Gelenken und zum Abbau von Gelenkknorpel

-        sie lagern sich auch im Bereich des für die Erektion wichtigen Penisgewebes ab und verursachen so erektile Dysfunktion, einem Frühzeichen für Herz-Kreislauf-Erkrankungen

  

Doch was hat Zucker jetzt mit den AGEs zu tun? Ganz einfach: AGEs entstehen immer dann, wenn wir etwas essen, das den Blutzuckerspiegel in die Höhe treibt. Denn dann kann sich der Zucker im Blut (die Glukose) mit Eiweißmolekülen verbinden und so verzuckerte Proteine bilden. Je höher der Blutzuckerspiegel, desto mehr AGEs werden gebildet und umso schneller verläuft unser Alterungsprozess. Wer also länger jung, knackig und gesund bleiben möchte, sollte seinen Zuckerkonsum und seinen Verzehr an Teigwaren deutlich herunterschrauben.

So, ich glaube, für heute habe ich erstmal genug über die Schädlichkeit von Zucker geschrieben!

Ich hoffe, es war genug, um Sie einmal ernsthaft dazu anzuregen, über Ihren Zuckerkonsum nachzudenken. Einige der krankhaften Veränderungen, die Sie durch einen bisher zu hohen Zuckerkonsum schon entwickelt haben, verschwinden wieder, wenn Sie Ihre Essgewohnheiten ändern und den Zuckerkonsum deutlich reduzieren. Bei den schon irreparablen Schäden können Sie durch eine Reduktion der Zuckerzufuhr nur noch eine weitere Verschlechterung und weitere Folgeerkrankungen verhindern.

Ich für meinen Teil habe mir jedenfalls vorgenommen, noch strenger mit meinem Zuckerkonsum umzugehen und auch meine Freude und Bekannten in Zukunft nicht mehr mit Süßkram zu schädigen. Ich denke, das Verschenken von Süßigkeiten hat nichts mit Freundschaft und Gernhaben zu tun, sondern grenzt, wenn man es begriffen hat, eher an Körperverletzung. 

Meine Worte klingen sicher für viele von Ihnen zu hart, aber inzwischen liegen ca. 25 Jahre Berufserfahrung als Arzt hinter mir und es gibt so viele Schicksale in meinem Kopf, über die ich so traurig bin, dass ich manchmal denke, diesen Beruf nicht mehr lange ausüben zu können, um nicht zu verzweifeln. Schicksale, die man hätte verhindern können, hätten sich die Menschen gesünder ernährt. Seit Jahren investiere ich einen großen Teil meiner Freizeit in Ernährungsberatungen. Oft gibt mir das Freude und Kraft, wenn Menschen es durch uns schaffen, gesünder und schlanker zu werden und auch zu bleiben. Umso härter trifft es mich, wenn Menschen rückfällig werden und nach einer Gewichtsreduktion von 10 oder 20 Kilogramm erneut beginnen, ihr Schicksal als Fettsuchtkranker zu schreiben. Unser Gesundheitssystem wird leider von den meisten Menschen so verstanden, dass sie relativ unachtsam ihr Leben genießen und der Arzt oder die Medizin es dann schon richten werden, wenn etwas anbrennt. Viele Menschen haben es verlernt, sorgsam mit sich und ihrem Körper umzugehen, sonst wäre nicht mehr als die Hälfte der Bevölkerung von einer der sogenannten Wohlstandserkrankungen befallen. Leider tut auch unsere Gesellschaft in meinen Augen viel zu wenig, um diese Entwicklung zu stoppen und zu ändern. Deshalb rufe ich Sie auf, es mir gleich zu tun und aufzuwachen für sich und Ihre Familien, Ihre Freunde und Bekannten. Wir haben einen großen Teil unseres Schicksals und unseres körperlichen und seelischen Wohlbefindens selbst in der Hand.

In ein paar Wochen werde ich noch mehr Wahrheiten über die Schädlichkeit von Zucker berichten, denn nur steter Tropfen höhlt den Stein.

Bleiben Sie gesund, werden Sie gesünder – einfach durch Verzicht – Verzicht auf Zucker.

 

Abschließend noch ein paar Pseudonyme, hinter denen gern Zucker auf Verpackungen versteckt wird. 

Agavennektar, Agavensirup, brauner Reissirup, brauner Rohrzucker, brauner Zucker, Dextrin, Dextrose, Fruchtsaftkonzentrat, Fruchtzucker, Gerstenmalzsirup, Fruktosesirup, Invertzucker, Karamell, Kokoszucker, Magermilchpulver, Maissirup, Maltodextrin,, Molkenpulver, Muscovado-Zucker, Palmzucker, Raffinierter Zucker, Raffinose, Rohrohrzucker, Rohkristallzucker, Rohrzucker, Saccharose, Sucrose, Süßmolkenpulver, Verdampfter Zuckerrohrsaft, Vollrohrzucker, Zuckerrübensirup