Tee- und Pflanzenkunde zum inneren Frühjahrsputz

https://cdn.pixabay.com/photo/2016/05/23/15/16/herbal-tea-1410565_960_720.jpg


In unserer Natur gibt es zahlreiche Wildpflanzen, die essbar sind und sich durch ihren hohen Gehalt an wertvollen Inhaltsstoffen, wie Vitaminen, Mineralstoffen und sekundären Pflanzenstoffen auszeichnen. Auch einige von den Gewächsen, die von den meisten Menschen vor allem jetzt im Frühling und im Sommer nur als lästiges Unkraut angesehen und daher fein säuberlich aus dem Garten gehackt werden, können lecker zubereitet einen Mehrwert für unsere Gesundheit liefern. Doch nicht nur im heimischen Garten kann man die essbaren Wildpflanzen finden, sondern auch am Wegesrand, auf der Wiese und im Wald. Unkraut ernten kann also jeder, allerdings sollte man die Pflanzen nicht in der Nähe von Straßen, Hundespazierwegen, industriell oder landwirtschaftlich genutzten Flächen sammeln. Natürlich eignet sich auch nicht jedes beliebige Unkraut als essbare Wildpflanze. Welche Pflanzen Ihnen einen Mehrwert für Ihre Gesundheit liefern, können Sie im Folgenden lesen.

https://cdn.pixabay.com/photo/2015/07/14/10/39/apiaceae-hercaleum-844414_960_720.jpg


Unkräuter wie Löwenzahn, Giersch, Wiesen-Bärenklau oder Sauerampfer sind reich an Vitaminen, Mineralstoffen und sekundären Pflanzenstoffen. Der Wiesen-Bärenklau enthält mehr als sechsmal so viel Magnesium, achtmal so viel Calcium und circa 20-mal mehr Vitamin C als Kopfsalat. Außerdem ist die Wildpflanze reich an Eisen, Kalium, Bitterstoffen und dem sekundären Pflanzenstoff Beta-Carotin. Die darin enthaltenen ätherischen Öle sind ein Grund für seinen Einsatz bei

Entzündungen im Rachenraum, Husten und Heiserkeit. Dank der beruhigenden Wirkung wird er auch bei Verdauungs- und Menstruationsbeschwerden, Störungen des zentralen Nervensystems sowie zur Blutdrucksenkung und bei Multipler

Sklerose verwendet. Der Wiesen-Bärenklau wächst bis zu 1,5 Meter hoch und sollte nicht mit dem Riesen-Bärenklau, welcher besonders spitze Blätter hat und eine Größe von bis zu drei Metern aufweist, verwechselt werden. Der Riesen-Bärenklau kann bei Berührung zu schweren Verbrennungen führen. Aus den Blättern und den Stielen des Wiesen-Bärenklaus, die von Mai bis Juli geerntet werden können, kann man z.B. eine leckere Soße oder ein Pesto zubereiten. Diese schmecken würzig und ähneln im Geschmack leicht dem Stangensellerie.

https://cdn.pixabay.com/photo/2017/06/07/18/06/giersch-2381119_960_720.jpg


Giersch ist eine Wildpflanze, die vor allem in feuchten und schattigen Bereichen wächst. Das Kraut ist reich an Kalium, Magnesium, Calcium, Mangan, Zink und Kupfer. Darüber hinaus weist es ein Mehrfaches an Vitamin A, C und Eiweiß als Kopfsalat auf. Dank des hohen Gehalts an Vitamin-C wird dem Kraut eine entzündungshemmende Wirkung zugeschrieben. Wegen seiner leicht harntreibenden, krampflösenden, entzündungshemmenden und entsäuernden Wirkung wird es häufig bei Rheuma oder Gicht eingesetzt. Das gequetschte Kraut kann bei Verbrennungen oder Insektenstichen angewendet werden. Die Blätter und Stängel von Giersch nutzt man entweder roh als Wildkräutersalat, z.B. mit Tomaten und Schafskäse oder man bereitet sie warm zu Gemüsegerichten zu.

https://cdn.pixabay.com/photo/2016/07/30/09/57/stinging-nettle-1556702_960_720.jpg


Auf den ersten Blick erscheint die Brennnessel nicht gerade verlockend. Bestimmt hat jeder bereits die ein oder andere

schmerzhafte Erinnerung mit diesem Kraut. Doch die Wildpflanze kann mit ihren inneren Werten wirklich punkten. Sie enthält Magnesium, Kalium, Eisen und ist reich an Vitamin A, C und E. Auch sekundäre Pflanzenstoffe wie Flavonoide oder

Carotinoide befinden sich in dem Kraut. Die Heilwirkung der Brennnessel ist dank der entzündungshemmenden und harntreibenden Wirkung besonders beeindruckend. Eingesetzt wird das Wildkraut bei rheumatischen Beschwerden,

Arthritis, Blasenentzündungen, Gallenerkrankungen und sogar zur Krebsvorbeugung. Ein Brennnessel-Tee bei Blasenentzündungen lässt sich schnell zubereiten in dem man etwas getrocknetes Brennnesselkraut mit heißem Wasser aufgießt und für circa sieben Minuten ziehen lässt. Darüber hinaus kann ein Sud aus Brennnessel-Wurzeln bei Prostata-Beschwerden Linderung bringen. Dieser sollte wenigstens eine Stunde ziehen. Aber auch in verschiedenen Speisen wie Salaten, Kräuterquarks, Pestos oder Spinat bringt das nussige Aroma der Brennnessel einen besonderen Geschmack. Auch als Suppe, in Smoothies oder in Form von Bratlingen eignen sich Brennnessel. Für die Bratlinge benötigen Sie neben 2 großen Doppelhänden voll Brennnesselkraut, 1 große Zwiebel, 1 kleine Möhre, Semmelbrösel, 1 Ei, 1 EL Sesam, Salz, Pfeffer und Muskat. Bereiten Sie zu aller erst einen Brennnesselspinat zu. Lassen Sie diesen kurz abkühlen. Die Möhre fein raspeln

und die Zwiebel klein hacken. Möhre, Zwiebel, Sesam und Ei mit den Brennnesseln in einer Schüssel verrühren. Die Gewürze und die Semmelbrösel dazu mischen bis eine weiche, aber leicht formbare Masse entsteht. In einer Pfanne etwas Rapsöl

erhitzen. Die Bratlinge mit der Hand formen und in der heißen Pfanne bei mittlerer Hitzezufuhr auf beiden Seiten braun braten. Guten Appetit!  

https://cdn.pixabay.com/photo/2014/10/05/03/12/stitchwort-474347_960_720.jpg


Das kleine, flächenhaft auftretende Vogelmiere-Kraut eignet sich wegen seines hohen Gehaltes an dem sekundären Pflanzenstoff Saponin zur Linderung von Juckreiz. Daher kann es auch bei Schuppenflechte oder Neurodermitis eingesetzt werden. Weiter enthält die Wildpflanze doppelt so viel Calcium, dreimal so viel Kalium und Magnesium sowie siebenmal so viel Eisen wie der Kopfsalat. Vitamin A, B und C, das Spurenelement Selen Schleimstoffe und der sekundäre Pflanzenstoff Flavonoid finden sich auch in der Pflanze wieder. Die Miere wird bei Husten, Lungenerkrankungen und Asthma, aber auch zur Entgiftung und zur Stärkung des Immunsystems verwendet. Dank der kühlenden, entzündungshemmenden, abführenden und schmerzlindernden Wirkung hilft sie bei Krämpfen, Blasenentzündungen, Leberbeschwerden und wird äußerlich bei Schürfwunden und Verbrennungen eingesetzt. Man kann das Kraut entweder zu einem Salat, einer Suppe oder einem Kräuterquark zubereiten oder man bereitet einen Tee aus dem getrockneten Kraut.

Dieser Tee kann sowohl äußerlich als Umschlag oder als Zugabe eines Bades zur Behandlung von Juckreizen und Ekzemen eingesetzt, als auch bei Erkrankungen der Atemwege getrunken werden.

https://cdn.pixabay.com/photo/2014/05/12/15/20/spring-342610_960_720.jpg


Löwenzahn verbinden die meisten wahrscheinlich entweder mit Kaninchenfutter oder mit lästigem Gartenunkraut. Dass die Wildpflanze aber reich an gesunden Inhaltsstoffen ist und daher wunderbar in einem grünen Smoothie, zu Salaten,

Suppen, Eintöpfen oder zu einem Brotbelag zubereitet werden kann, wissen die wenigsten. Neben vielen sekundären Pflanzenstoffen enthält Löwenzahn mehr als 40 Mal so viel Vitamin A, fünfmal so viel Eisen, achtmal so viel Vitamin C und

doppelt so viel Kalium, Magnesium und Phosphor wie Kopfsalat. Eingesetzt wird der Löwenzahn zur Anregung der Verdauung oder zur Linderung von Völlegefühl oder Blähungen. Löwenzahn wirkt harntreibend und ist bei Gicht und rheumatischen Erkrankungen hilfreich. Man kann den Löwenzahn entweder andünsten, roh als Salat verzehren oder auch mit Brennnesseln zusammen als Suppe zubereiten. Verwendet wird beim Löwenzahn alles, sprich sowohl die Blätter, die vor der Blüte zarter sind, die Wurzeln als auch die Blüten.

https://cdn.pixabay.com/photo/2013/06/01/02/19/garlic-mustard-115311_960_720.jpg


An Waldwegen oder Kahlschlägen findet sich häufig eine weitere Wildpflanze, die Knoblauchsrauke. Diese kann entweder als Gewürz, Pesto oder als Grundlage für Suppen, Salate oder Gemüsezubereitungen eingesetzt werden. Neben Saponinen, Knoblauchöl und ätherischen Ölen, enthält die Pflanze geringe Mengen an blutdrucksenkenden Glykosiden und reichlich Vitamin A und C. Neben ihrem Einsatz bei Erkältungen und Entzündungen wirkt die Knoblauchsrauke harntreibend und blutreinigend. Auch diese Pflanze eignet sich zur äußerlichen Anwendung für Insektenstiche und eiternde Wunden.